Raummanagement und Anlagenmanagement

Use Case Definition

Die Komplexität der haustechnischen Ausrüstung und die Automatisierung der Steuerungen (smart Building) steigen zunhemend. Das BIM-Modell ermöglicht eine verbesserte Kontrolle der haustechnischen Prozesse, wenn es mit einem Anlagenmanagementsystem (BMS) verknüpft wird. Mehrwert entsteht durch die räumliche Verknüpfung von Anlagen und Daten bis hin zur Möglichkeit für Nutzer:innen diese Anlagen besser steuern zu können.

Die Überprüfung der haustechnischen Systeme und deren Sensordaten mit räumlicher Verortung ermöglicht schnellere Fehlerbehebung und stetige Qualitätskontrolle. Nutzer:innen und Betreiber:innen können erfahren, ob und wie Räume genutzt werden, wie gut das Gebäude gerade funktioniert, welche Temperaturen gerade vorherrschen, wie viele Personen anwesend sind und vieles mehr. Darüber hinaus kann etwa die Fensterstellung (offen oder geschlossen) über Kontaktsensoren erfasst und mittels farblicher Darstellung in den Räumen im Grundriss oder 3D visualisiert werden. Auch die farbliche Kennzeichnung bei einer Alarmmeldung von Unter- oder Überschreitung festgelegter Kennwerte in Räumen (z.B. Temperatur und Luftfeuchtigkeit) ist möglich.

All diese Möglichkeiten der Datenanalyse sind natürlich auch ohne BIM verfügbar. Die geometrische Verortung der Daten im 3D-Modell erlaubt jedoch eine vereinfachte Visualisierung und Kommunikation sowie klare und leichter auffindbare Dokumentation.

Zweck und Umfang

Benötigt wird das BIM-Modell (oder ein Teilmodell bzw. ein für die konkrete Nutzung aufbereitetes und reduziertes Modell) mit allen wartungsrelevanten Bauteilen, inklusive geometrisch verorteter Sensorpunkte. Dabei kann das vollständige BIM Modell aus der Planung bzw. Ausführung übernommen oder ein 3D Modell mithilfe von Punktwolken durch Laserscanning generiert werden.

Um die sensorischen Messdaten verorten zu können, wird das Modell mit dem bestehenden BMS (Building Management System, wie z.B.: SIEMENS DesigoCC zur Bereitstellung der (Live-) Messdaten) verknüpft. Dabei sind individuelle Nutzer:innenrechte in der Anwenderoberfläche und ein offenes Netzwerkprotokoll der Gebäudeautomation (z.B.: BACnet) notwendig.

Außerdem sollten eindeutige IDs über den Lebenszyklus, wie z. B. AKS-Nummern (Allgemeines-Kennzeichnungs-System) vergeben werden, um eine automatisierte Zuordnung bewerkstelligen zu können.

Eine Modellprüfung für Datenvollständigkeit und formale Korrektheit wird vor der Inbetriebnahme empfohlen.

Ziele

Ziel dieses BIM gestützten Use-Cases ist die Erleichterung des Facilitymanagements durch:

  • BIM basierte Steuerung der MSR & HKLS -Systeme 
  • Verbesserte Dokumentation und Kontrolle
  • Verortung der Geräte und Sensorik
  • Verbesserte Bedienbarkeit 
  • Neue technische Möglichkeiten zur Komfortsteigerung durch Nutzer:innen Steuerung (Smartphone-App)
  • Vereinfachter Zugang zu Daten und Informationen
  • Tägliche Kontrolle durch Facility Management ohne Vor-Ort-Begehung 

Abgrenzung

Dieser Use-Case kommt ausschließlich im Betrieb zur Anwendung, insbesondere, wenn Sensorik-Daten zur Überwachung der Anlagen und Raumqualitäten eingesetzt werden. Die (Live-) Messdaten werden vom Betrieb oder den Nutzer:innen gleichermaßen benötigt. Die Anforderungen an das BIM-Modell unterscheiden sich dabei voneinander nicht.

Referenzen

  • AKS nach B1801-6 (AKS = Allgemeines-Kennzeichnungs-System)
  • Topografische Kennzeichnung
  • Raumbezogene Basisdaten nach A 7010-1 von Geschoss, Raum, Tür, Fenster und Anlage von überprüfungsrelevante Bauteilen

Projektgruppe

  • Redaktionsteam:
  • Florian Danner
  • Christoph Degendorfer
  • Martin Hollaus
  • Ana Jugovic
  • Nina Königshofer
  • Michal Majerech
  • Wolfgang Malzer
  • Frank Mettendorff
  • Christoph Plahs
  • Sabrina Schubert
  • Georg Stadlhofer
  • Christian Sustr
  • Projektteam:
  • Karl Friedl
  • Michael Hallinger
  • Iva Kovacic
  • Peter Kovacs
  • Wolfgang Kradischnig
  • Antonia Krismer
  • Claudia Laubner
  • Michael Monsberger
  • Christoph Mueller-Thiede
  • Thomas Rabl
  • Jürgen Rattenberger
  • Christian Reischauer
  • Renate Scheidenberger
  • Claudius Weingrill

Urheberrecht

Handhabung

Die Dokumente entsprechen der aktuellen Best Practice und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind auch nicht im Sinne einer aus rechtlicher Sicht allgemeingültigen Empfehlung oder Leitlinie zu verstehen, sondern soll Auftraggeber und Auftragnehmer bei der Anwendung der BIM Methode unterstützen. Die Use Cases müssen den jeweiligen spezifischen Projektanforderungen angepasst werden. Die hier aufgeführten Beispiele erheben keinen Anspruch an Vollständigkeit. Informationen beruhen auf Erkenntnissen aus der Praxis und sind dementsprechend als Best Practice und nicht allgemeingültig zu verstehen. Da wir uns in einer Phase befinden, in der Definitionen erst entstehen, kann der Herausgeber keine Gewährleistung für die Richtigkeit einzelner Inhalte übernehmen.

Logo buildingSMART Austria
  • Document Type : Use Case
  • GUID : F535EE03-B244-42D3-9E4C-F09AAEFB79D8
  • Identifier : -
  • Life Cycle Stage : ÖNORM
  • Revision : -
  • Project Status : Approved
  • Maturity level : Proven
  • Use Case: Approved
  • Processes: Approved
  • ER: Approved
  • Published on: Feb 18, 2022
  • Last change: Feb 24, 2022
  • Publisher: buildingSMART Austria
  • Author:

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