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Die Dokumente sind als «Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International Lizenz» als Namensnennung - nichtkommerziell Weitergabe - unter gleichen Bedingungen lizenziert.
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Die Dokumente entsprechen der aktuellen Best Practice und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind auch nicht im Sinne einer aus rechtlicher Sicht allgemeingültigen Empfehlung oder Leitlinie zu verstehen, sondern soll Auftraggeber und Auftragnehmer bei der Anwendung der BIM Methode unterstützen. Die Use Cases müssen den jeweiligen spezifischen Projektanforderungen angepasst werden. Die hier aufgeführten Beispiele erheben keinen Anspruch an Vollständigkeit. Informationen beruhen auf Erkenntnissen aus der Praxis und sind dementsprechend als Best Practice und nicht allgemeingültig zu verstehen. Da wir uns in einer Phase befinden, in der Definitionen erst entstehen, kann der Herausgeber keine Gewährleistung für die Richtigkeit einzelner Inhalte übernehmen.
Bauprojekte im Gesundheitswesen sind durch Kostendruck, Fachkräftemangel und wechselnde Anforderungen geprägt. Eine frühzeitige, betriebsorientierte Planung ist daher entscheidend. Die BIM‑Methodik unterstützt diesen Prozess, indem sie eine transparente, strukturierte und interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht. Dafür braucht es eine ausgewogene Kombination aus Standardisierung und Flexibilität.
Das digitale Raumbuch bildet die zentrale Datengrundlage für Planung, Bau und Betrieb. Es enthält alle relevanten Informationen zu Raumfunktionen, Ausstattung sowie baulichen und technischen Anforderungen. Diese strukturierte Informationsbasis verbessert die Entscheidungsqualität in frühen Projektphasen und stellt sicher, dass die Bedürfnisse des medizinisch‑pflegerischen Kerngeschäfts vollständig berücksichtigt werden.
Durch die standardisierte Erfassung der Raumdaten steigt die Effizienz im gesamten Bauprozess: Fehler werden reduziert, die Zusammenarbeit wird klarer und die Bauqualität verbessert sich. Gleichzeitig erhöht die Transparenz der Daten das gemeinsame Verständnis und stärkt die Wirkung früher Entscheidungen.
Langfristig ermöglicht das digitale Raumbuch ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Bauen, da die Informationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg nutzbar bleiben. Klare Kommunikationswege, definierte Schnittstellen sowie standardisierte Raumtypen und Datensätze schaffen eine verlässliche Grundlage. Das Leitmotiv „Structure Follows Function“ stellt sicher, dass funktionale Anforderungen den baulichen Lösungen vorausgehen und präzise Bestellungen sowie verlässliche Kostenschätzungen ermöglichen.
Ausgangspunkt der Expert Group Healthcare ist das Bestreben, Bauherren, Planer und Betreiber im Gesundheitssektor durch die Implementierung von BIM und einen abgestimmten Informationsfluss optimal miteinander zu vernetzen.
Das Ziel des Leitfadens ist das digitale Raumbuch als eine unverzichtbare Grundlage zu verankern. Es soll sowohl das medizinisch-pflegerische Kerngeschäft wie auch den Betrieb im Sinne von «BIM-to-FM» und der damit verbundenen notwendigen Informationsweitergabe von Gebäudedaten aus der Planungs- und Bauphase in die Gebäudebewirtschaftungsphase unterstützen. Zudem bildet es die Basis für umfassende Lebenszyklusbetrachtungen.
Der Use Case konzentriert sich auf die strategische Planungsphase und die Initialisierung eines Spitalprojekts. Er definiert die grundlegenden Rahmenbedingungen, Zielsetzungen und methodischen Ansätze als Basis für alle nachfolgenden Projektphasen.
Die weiterführenden Phasen werden in einem separaten Use Case beschrieben und sind nicht Bestandteil dieses Use Cases. Durch diese klare Abgrenzung wird sichergestellt, dass die strategische Planung die fundamentale Grundlage bildet, auf der die nachfolgenden Schritte aufbauen können, ohne sie vorwegzunehmen.
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Akronym |
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BdCH / bSCH |
Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland |
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BIM |
Building Information Modelling |
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DRG |
Diagnosis Related Groups |
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IDS |
Information Delivery Specification |
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GTIN |
Global Trade Item Number |
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SOP |
Standard Operating Procedure |
In den Informationsanforderungen wird dargestellt, welche Attribute für den Use Case relevant sind. In der Excel sind mehrere Mappen vorhanden:
Folgende Attribute und Bedeutungen sind in den Informationsanforderungen definiert:
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Attribut: |
Wie bedeutet das Attribut |
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Beschreibung: |
Was ist die Definition des Attributs |
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Beispiel: |
In welcher Form wird das Attribut beschrieben |
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Zielsystem: |
In welchem Zielsystem wird das Attribut benötigt |
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Use Case: |
Für welchen Anwendungsfall wird das Attribut benötigt |
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Abbildung zwingend in Modell: |
Muss das Attribut über die Modellierungssoftware zur Verfügung gestellt werden |
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Pset: |
In welchem Eigenschaftenset wird das Attribut gefordert |
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Einheit: |
In welcher Einheit wird das Attribut gefordert |
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Parametertyp: |
In welcher Form wird das Attribut gefordert |
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Phase (Definition – Soll/BH): |
In welcher SIA-Phase muss der Attribute-Vorgabewert durch die Bauherrschaft definiert sein |
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Zuständigkeit Bestellung: |
Wer ist zuständig für die Bestellung |
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Zuständigkeit BH-Team: |
Wer ist innerhalb der Bauherrschaft zuständig (Stakeholder) |
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Phase (Lieferung – Ist): |
In welcher Phase muss der Attributwert in der Datenbank vorhanden sein |
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Zuständigkeit Lieferung: |
Wer ist zuständig für die Befüllung des Attributs |


Die Marktanalyse ermittelt den aktuellen und zukünftigen Bedarf an Spitalleistungen im festgelegten Versorgungsgebiet. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die demographische Entwicklung einer Region. Da ein Spital in der Nutzungsvereinbarung auf eine Betriebszeit von bis zu 50 Jahre ausgelegt wird, spielen das Bevölkerungswachstum, die Altersstruktur und die Morbiditätsentwicklung eine zentrale Rolle. Ferner müssen epidemiologische Daten wie die Häufigkeit und die Verteilung von Krankheiten berücksichtigt werden.
Neben der Bevölkerungs- und Krankheitsentwicklung ist im zweiten Schritt die Inanspruchnahme von Spitalleistungen in der Region zu identifizieren. Die stationäre Bettenauslastung und die Verweildauer stehen hier im Fokus. Für den ambulanten Bereich sind es die Anzahl der ambulanten Behandlungen. Dabei ist es unumgänglich, die bestehenden Spitäler und die weiteren medizinischen Dienstleister im Versorgungsgebiet miteinzubeziehen. Das Resultat ist ein belastbares Mengengerüst (Patienten, Personal, Dritte).
Zusätzlich sind Trends in der Gesundheitsversorgung wie der Ausbau ambulanter Leistungen, Digitalisierung, Telemedizin sowie Veränderungen im Patientenverhalten zu berücksichtigen, um zukunftsgerichtete Versorgungsmodelle in verschiedenen Szenarien zu entwickeln.
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Die Umfeldanalyse betrachtet weitere externe Faktoren, die die strategische Spitalbedarfsplanung beeinflussen. Dies betrifft einerseits gesundheitspolitische Rahmenbedingungen wie gesetzliche Vorgaben (z.B. Versorgungsauftrag bei öffentlichen Spitälern), die Krankenhausfinanzierung im stationären Aufenthalt durch die Diagnosis Related Groups (DRG) sowie bei den ambulanten Besuchen durch TARMED/TARDOC oder auch weitere Investitionsprogramme.
Andererseits sind die strukturellen Rahmenbedingungen eines Spitalneubaus bzw. des zur Verfügung stehenden Bauperimeters determinierend. Dazu gehören die Erreichbarkeit für Patienten, Besucherinnen und Mitarbeitende und die damit verbundenen Verkehrsanbindungen und –mittel, die in eine Personenflussplanung (Gebäudezugang und Innenraum) münden.
Wirtschaftliche Faktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle und sind die Basis für eine erfolgreiche Projektinitiierung und -umsetzung. Die Klärung der finanziellen Spielräume, der Finanzierungsmöglichkeiten und allfälliger Kooperationen mit anderen Einrichtungen bilden die Grundlage für einen tragfähigen Finanz- und Businessplan.
Ergänzend können ökologische Aspekte (z.B. Anforderungen an nachhaltiges Bauen, Energieeffizienz und Klimaschutz) in die Umfeldanalyse integriert werden, um den künftigen Anforderungen an ressourcenschonende Gesundheitsbauten zu entsprechen.
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Aufbauend auf Markt- und Umfeldanalyse wird die medizinische Strategie für den Spitalneubau festgelegt. Dabei sind die folgenden Fragen handlungsleitend und müssen im Vorfeld geklärt sein:
Aus der Beantwortung dieser Fragen ergeben sich die medizinischen Kernangebote und/oder die zukünftige Spezialisierung. Auch die Unterscheidung zum Wettbewerb und/oder die Vernetzung bzw. Kooperation mit anderen Gesundheitsdienstleistern ist klar zu formulieren.
Zudem sind, je nach Leistungsauftrag des Spitals, interprofessionelle Versorgungskonzepte sowie die Rolle des Spitals in integrierten Versorgungsmodellen zu klären. Dies betrifft sowohl Prävention als auch Reha und die Übergänge in die Langzeitpflege.
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Auf Basis der bereits aufgeführten Analysen werden die erforderlichen medizinischen Kapazitäten festgelegt und die dazu gehörenden Funktionseinheiten im Funktionsprogramm definiert. Anschliessend wird das Kernraumprogramm abgeleitet. Dies beinhaltet die Art und Anzahl der Stationen, Betten, Fachabteilungen, OP-Kapazitäten, Notfallbereiche usw. Danach folgt das quantitative begleitende Raumprogramm, damit die Funktionseinheiten ihre Aufgaben erbringen können, hierunter sind z. B. Büros, Besprechungsräume, Ausgüsse oder Lagerräume zu verstehen. Schliesslich wird der Personalbedarf berechnet, inklusive der weiteren Planungsbedürfnissen. Dies ergibt z. B. die Grössen der Personalaufenthaltsräume und/oder in Summe die Grösse der Personalumkleiden.
Das Resultat ist ein vollständiges, quantitatives Einzelraumprogramm, mit dessen Hilfe der geschätzte Flächenbedarf berechnet werden kann.
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Für einen wirtschaftlichen und patientenorientierten Spitalbetrieb sind neben optimalen Flächen effiziente Prozesse entscheidend. Im Spital entfallen ca. 80 % der Ausgaben auf den Betrieb. Damit dies gewährleistet ist, übernimmt die Betriebs- und Organisationsplanung für die Neubauplanung folgende Aufgaben in zwei zentralen Bereichen:
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Anhand der Resultate aus den Punkten 1.01 Marktanalyse – 1.05 Prozesse und BO-Vorgaben wird ein Funktionsprogramm erstellt. Die Anforderungen werden als Attribute erfasst (Erfassung anhand Mustervorlage – Anforderungen).
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Auf Grundlage der Definitionen aus dem Funktionsprogramm, den Betreiber- und FM-Vorgaben sowie dem bereitgestellten Minimum Data Set wird ein erstes quantitatives Raumprogramm erstellt. Dieses enthält – soweit möglich – die Bezeichnungen der Raumtypen, die geforderten Attribute sowie die erwarteten Sollwerte. Die Angaben werden anschließend in das Raumbuch 1.0 überführt.
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Die Bauherrschaft sowie der zuständige BIM-Manager entscheiden, ob zur Erstellung der Bestellgrundlage eine externe Fachplanung – beispielsweise durch Medizintechnikplaner, Architekten oder TGA-Fachplaner – hinzugezogen werden muss oder ob die Spitalinterne Fachplanung die Bestelldefinition vollständig abdecken kann.
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Externe Fachplanung (Medizintechnikplaner, Architekten, TGA) wird hinzugezogen, um offene architektonische, medizintechnische und gebäudetechnische Anforderungen zu definieren.
Initiator: Objektplaner (Architekt)
Auf Basis der erarbeiteten Vorarbeiten wird das Raumprogramm in eine Bestellgrundlage überführt. Das quantitative Einzelraumprogramm ist dabei zu präzisieren und zu finalisieren. Die Soll-Vorgaben pro Raumtyp sowie zusätzliche Anforderungen, abgeleitet aus Use Cases oder Zielsystemen, sind eindeutig festzulegen.
Um Übersicht zu wahren und die Komplexität zu reduzieren, sollte stets geprüft werden:
Diese Überlegungen sind insbesondere im Kontext der Vorgaben des Minimum Data Sets relevant, um sicherzustellen, dass alle notwendigen Informationen vollständig und konsistent in die Bestellgrundlage übernommen werden.
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Anhand der Inputs, Hinweise und Korrekturen wird geprüft, ob eine Änderung der Betreiber- und FM-Vorgaben, vorgenommen werden muss.
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)
Zusätzlich zum Funktionsprogramm müssen die Anforderungen der Betreiber und des FM abgeholt und strukturiert werden (Erfassung anhand Mustervorlage – Anforderungen).
Initiator: Besteller (Bauherrschaft)