TecBox

Zusammenfassung

Der Use Case beschreibt die Integration von komplexen technischen Anlagen - in diesem Fall speziellen labortechnischen Anlagen - in den BIM-Prozess.  

Eine klare und eindeutige Schnittstellenbeschreibung und Abgrenzung der technischen /labortechnischen Anlagen zur Gebäudetechnik soll dabei abgebildet werden, verbunden mit allen wesentlichen Informationen zur integralen Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten im gesamten Planungsprozess und Lebenszyklus eines Gebäudes.

Hauptbestandteile des Use Cases bilden hierbei:

  • Entwicklung TecBox als vereinfachte Darstellung komplexer technischer Anlagen einschließlich deren Anbindungspunkte zur TGA
  • Bildung eindeutiger Schnittstellendefinitionen mit entsprechender Parametrisierung / Attribuierung mit dem Ziel eines offenen Austausches von Fachmodellen gemäß dem Open-BIM Konzept
  • Verlustfreie Weiterverarbeitung der Informationen unabhängig von verwendeten Softwarelösungen 
  • Darstellung des Workflows TecBox im BIM-(Gesamt-) Prozess

Use Case Definition

Die Projektgruppe "IFC4Lab" - als Ergebnis einer gemeinsamen Initiative von EGNATON e.V. und buildingSMART Deutschland e.V. -  stellt sich die Aufgabe einer standardisierten Überführung von Informationen zum Datenaustausch im BIM-Prozess des Fachbereiches Laborplanung, Laborausstattung und Laborbetrieb.
Dabei sollen alle relevanten und benötigten Daten und Informationen im gesamten Planungs- und Betreiberprozess betrachtet werden mit dem Ziel, nachhaltige Lösungen sowohl für die technischen Gewerke als auch das Informationsmanagement im BIM-Prozess zur Verfügung zu stellen.

Die Standardisierung dieser Informationen ist dabei eine der größten Herausforderung.

Unter der Definition „Labortechnische Anlagen bzw. technische Anlagen“ werden eine Vielzahl von Anlagensystemen (Labortischanlagen, Laborspültische, Laborabzüge, Abzugskabinen, Absaugelemente, Medienversorgungsmodule) 
mit besonderen Ausführungsanforderungen und Materialeigenschaften, die für den Einsatz in unterschiedlichsten Laboren/Laboratorien und Fabrikanlagen geeignet sind, zusammengefasst.

Für eine eindeutige jedoch auch vereinfachte Darstellung dieser komplexen zusammenhängenden technischen Anlagen im Gesamtprojekt wurde das Konzept der TecBox entwickelt.
Dabei soll die TecBox die äußere geometrische Form der jeweiligen zusammenhängenden Anlage sowie weitere Daten wie u.a. Gewichtsangaben enthalten und deren Anbindungspunkte zur TGA einschließlich MSR abbilden.


Als semantische Definition gilt für die TecBox im BIM-Modell die Darstellung einer vordefinierten eigenen nicht-hierarchischen und nicht-überlappenden Zone innerhalb eines Raumes oder Gebäudekomplexes mit vorgegebener Nutzungsanwendung und Funktion sowie Formgestaltung.
Sie ist abhängig von der Definition des Technik-/Laborsystems und den daraus resultierenden Übertragungsschnittstellen.
 
Es dient zur Kollisionsprüfung und zur Ableitung relevanter Informationen für Architekten, Planer und Betreiber.

Für die Erfassung und Darstellung der spezifischen modularen labortechnischen Anlagen (Inhalt der TecBox) wurde der BIM-Baustein "TecBoxContent" entwickelt.

Weitere selbstständige Gerätschaften, die u.a. zur Auslegung und Spezifikation der TecBox beitragen, sollen im BIM-Modell als EquipmentBox erfasst und dargestellt werden.

Beide „BIM“ - Bausteine  - TecBoxContent und EquipmentBox – werden in diesem Use Case nicht näher erläutert und werden separat betrachtet.

 

TecBox – als vereinfachte Darstellung von komplexen technische Anlagen!

Quelle: PG IFC4lab

TecBox  - Übergabepunkte / Schnittstellen als Abgrenzung zu den Gewerken der TGA (Lüftung / Elektro / Medien)

 

Quelle: PG IFC4lab

 

TecBox  - Datenspezifikation

Daten der TecBox:

TecBox – Nummer

mit zusätzlicher Vererbung der Gebäudestruktur:  Etage / Raumnummer / Raumname

Geometrische Daten:

Abmessungen (X,Y,Z) = 3600/900/2800

Sonstige Angaben:

Gewicht = 850

Übergabepunkte / Schnittstellen:

  • Übergabepunkt für gasförmige Medien
  • Übergabepunkt für gasförmige entsorgende Medien (z.B. He-Rückführung- über Attribuierung)
  • Übergabepunkt für flüssigen Medien
  • Übergabepunkt für flüssige entsorgende Medien
  • Übergabepunkt für Starkstrom
  • Übergabepunkt für Schwachstrom
  • Übergabepunkt für MSR
  • Übergabepunkt für Lüftung

Darstellung der Übergabepunkte mit Leistungsangaben, Mengen und Mengeneinheitsdefinition sowie Erfordernis je Planungsphase (LoIN - level of Information Need)

Zweck und Umfang

Die Information der Übergabepunkte ist einerseits für einzelne TecBox(en) als auch für die gesamtheitliche versorgungstechnische Darstellung eines Gebäudekomplexes wichtig.

Mit Darstellung der Übergabe- /Schnittstellen mit den integrierten Leistungsparametern sollen die TGA-Gewerke in die Lage versetzt werden mit entsprechenden weiterführenden Softwaresystemen die Gesamtdimension der jeweiligen TGA-Anlage (Wasser-, Abwasser-, Lüftungstechnischen Anlagen etc.) zu ermitteln und frühzeitig die einzelnen Medienübergabepunkte genau zu verorten.

Bei Leistungsanpassungen der Versorgungstechnik im Planungs- und Betreiberprozess können die definierten Übergaben/Schnittstellen entsprechend ausgelesen und ausgewertet werden.
Im Zusammenspiel mit den Fachplanern ist es möglich, die Daten und Informationen der TecBox(en) im Planungsprozess laufend zu aktualisieren und eine schnelle und präzise Übergabe an andere Kalkulationssoftwaresysteme durch datenbasierte Übergabe zu gewährleisten.

Zur Erkennung und Anzeige von Änderungen an den Übergabe-/Schnittstellen können Kontrollsysteme integriert werden. Dies ermöglicht den Fachplanern, frühzeitig auf Änderungen zu reagieren, die Planung entsprechend anzupassen und Zeit und Kosten zu sparen.

 

Ziele

  • Höhere Effizienz der Be- und Auswertung von Übergabe-/Schnittstellen
  • Eindeutige Zuordnung von Leistungen mit modellbasierten Übergabe-/Schnittstellen
  • Übertragung von Planungsdaten TecBox an TGA-Gewerke
  • Übertragung der fortgeschriebenen Planungsdaten im Planungsprozess
  • Optimierung durch Automatisierung

Abgrenzung

Abgrenzung / Schnittstelle für TGA

  • Geometrisches Element für Übergabepunkte der Absperrorgane TGA mit definierter Angabe der Leistungsparameter
  • Geometrische Elemente für Übergabepunkte der elektrischen Zuleitungen mit Angabe der Leistungsparameter
  • Geometrische Elemente für Übergabepunkte der MSR Zuleitungen mit Angabe der Leistungsparameter

Projektgruppe

  • buildingSMART-EGNATON Projektgruppe "IFC4Lab"

Partner

Urheberrecht

Handhabung

Die Dokumente entsprechen der aktuellen Best Practice und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind auch nicht im Sinne einer aus rechtlicher Sicht allgemeingültigen Empfehlung oder Leitlinie zu verstehen, sondern soll Auftraggeber und Auftragnehmer bei der Anwendung der BIM Methode unterstützen. Die Use Cases müssen den jeweiligen spezifischen Projektanforderungen angepasst werden. Die hier aufgeführten Beispiele erheben keinen Anspruch an Vollständigkeit. Informationen beruhen auf Erkenntnissen aus der Praxis und sind dementsprechend als Best Practice und nicht allgemeingültig zu verstehen. Da wir uns in einer Phase befinden, in der Definitionen erst entstehen, kann der Herausgeber keine Gewährleistung für die Richtigkeit einzelner Inhalte übernehmen.

Logo buildingSMART Germany
  • Document Type : Use Case
  • GUID : 61D64DD7-75C8-4091-9363-6A0A77ADB50F
  • Identifier : -
  • Life Cycle Stage : HOAI
  • Revision : 0.1
  • Project Status : WIP
  • Maturity level : Example
  • Use Case: Approved
  • Processes: Draft
  • ER: Draft
  • Published on: Nov 15, 2021
  • Last change: Feb 17, 2022
  • Publisher: buildingSMART Germany
  • Author:

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