Ökobilanzierung

Use Case Definition

Die Ökobilanzierung ist ein klar definierter Use-Case für den Nachweis der ökologischen Nachhaltigkeit eines Gebäudes. Die Bestimmbarkeit der Ökobilanz wird zunehmend wichtiger, um in der Folge deren Bewertung und damit die Vergleichbarkeit einer Immobilie hinsichtlich dieser Eigenschaften zu gewährleisten (EU-Taxonomie). Wenn diese Bilanzierung bereits im Entwurf der Immobilie berücksichtigt wird, kann auf die Ökobilanz Einfluss genommen und auf die Erlangung unterschiedlicher Zertifikate zielgerichtet hingearbeitet werden. Die Verknüpfung mit BIM ermöglicht bereits mit dem Gebäudeentwurf modellbasierte Ökobilanzen unter Berücksichtigung der ökologischen Aspekte zu ermitteln und die Entwicklung während der Errichtung zu Überwachen. Die Abschätzungen können mithilfe von Volumenkörpern ermittelt werden. Für detaillierte Berechnungen wird ein genaueres Modell benötigt. Hierfür ist eine Daten-Befüllung des Modells durch eine Spezialistin/einen Spezialisten zielführend. Die Einschätzungen ergeben eine transparente Nachweisführung zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele für die:den Auftraggeber:in. Gleichzeitig erfolgt eine Dokumentation der verbauten Materialien, was für den Use-Case „materieller Gebäudepass“ genutzt werden kann. Für Planer:innen und Berater:innen entsteht ein neues Geschäftsfeld bzw. Dienstleistungsangebot. Die Entwicklung von Software-Tools zur Ökobilanzierung ist ein Zukunftsthema mit großem ökologischem und wirtschaftlichem Potenzial.

 

 

Zweck und Umfang

Die automatisierte Umsetzung der Ökobilanzierung aus einem BIM-Modell heraus ist aktuell noch Gegenstand der Forschung und Entwicklung. Alle notwendigen Informationen und Berechnungsschritte sind weitgehend bekannt und beispielsweise in der ISO 14044:2021 03 01 –Umweltmanagement – Ökobilanz beschrieben. Definiert werden muss jedoch noch (zum Zeitpunkt der Berichtserstellung) die IFC Schnittstelle zwischen BIM-Modell und der gewählten Materialdatenbank, damit die Massenauszüge auch wirklich alle relevanten Bauwerksinformationen enthalten und diese in der notwendigen grafischen und symbolischen Form vorliegen.

Ziele

  • Ermittlung des CO2 Fußabdrucks der verbauten Materialien
  • Feststellung wie ökologisch der Materialeinsatz eines Gebäudes ist  
  • Erfüllung von Teilvoraussetzungen für mögliche Gebäudezertifizierungen

Abgrenzung

Die Ökobilanzierung ist in der Planungs-, Errichtungs- und Betriebsphase eines Gebäudes relevant. Sie gewährt einen Überblick über die ökologische Nachhaltigkeit des Gebäudes, also der verbauten Materialien und Bauteile. Somit ist das Ergebnis der Bilanzierung für allfällige Zertifizierungen des Gebäudes wichtig und wird am Ende des Lebenszyklus für den Rückbau relevant. Sie beinhaltet jedoch keine Informationen über die energetische Versorgung (Strom, Wärme, Kälte) und über die Betriebskosten. 

Zu beachten ist, dass die Formulierungen der Anforderungen projektspezifisch erfolgen müssen. Diese Anforderungen müssen auch in den jeweiligen Verträgen der Projektpartner:innen in Form von Verantwortungen beschrieben werden. Die Wahl der Materialien ist mit der Bauphysik und den statischen Anforderungen untrennbar verknüpft und kann nur nach Absprache geändert werden.

Eine Auswertung der Massen und Mengen über IFC wird benötigt; die Möglichkeit über IFC material Properties (p_set_material) die Materialart und Eigenschaften direkt in das Bauteil zu schreiben ist prinzipiell gegeben. Dafür würde es genauerer Festlegungen und Modellierregeln bedürfen und voraussetzen.

Referenzen

  • Materialdatenbanken, wie z.B. "baubook: Ökologische Bauprodukte" oder andere
  • EU Taxonomieverordnung        
  • Bilanzgrenze BG 3     
  • ÖNORM B 3151– Rückbau von Bauwerken 
  • ISO 14044:20210301 –Umweltmanagement – Ökobilanz
  • ISO 19650 Informationsmanagement LCA

Projektgruppe

  • Redaktionsteam:
  • Florian Danner
  • Christoph Degendorfer
  • Martin Hollaus
  • Ana Jugovic
  • Nina Königshofer
  • Michal Majerech
  • Wolfgang Malzer
  • Frank Mettendorff
  • Christoph Plahs
  • Sabrina Schubert
  • Georg Stadlhofer
  • Christian Sustr
  • Projektteam:
  • Karl Friedl
  • Michael Hallinger
  • Iva Kovacic
  • Peter Kovacs
  • Wolfgang Kradischnig
  • Antonia Krismer
  • Claudia Laubner
  • Michael Monsberger
  • Christoph Mueller-Thiede
  • Thomas Rabl
  • Jürgen Rattenberger
  • Christian Reischauer
  • Renate Scheidenberger
  • Claudius Weingrill

Urheberrecht

Handhabung

Die Dokumente entsprechen der aktuellen Best Practice und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind auch nicht im Sinne einer aus rechtlicher Sicht allgemeingültigen Empfehlung oder Leitlinie zu verstehen, sondern soll Auftraggeber und Auftragnehmer bei der Anwendung der BIM Methode unterstützen. Die Use Cases müssen den jeweiligen spezifischen Projektanforderungen angepasst werden. Die hier aufgeführten Beispiele erheben keinen Anspruch an Vollständigkeit. Informationen beruhen auf Erkenntnissen aus der Praxis und sind dementsprechend als Best Practice und nicht allgemeingültig zu verstehen. Da wir uns in einer Phase befinden, in der Definitionen erst entstehen, kann der Herausgeber keine Gewährleistung für die Richtigkeit einzelner Inhalte übernehmen.

Logo buildingSMART Austria
  • Document Type : Use Case
  • GUID : 630509FB-68BC-455D-B235-DEC4FABC4CFA
  • Identifier : -
  • Life Cycle Stage : ÖNORM
  • Revision : -
  • Project Status : Approved
  • Maturity level : Example
  • Use Case: Approved
  • Processes: Approved
  • ER: Approved
  • Published on: Feb 18, 2022
  • Last change: Feb 23, 2022
  • Publisher: buildingSMART Austria
  • Author:

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