Der Use Case beschreibt den durchgängigen, modellbasierten Prozess für Ortbetonbauteile in den SIA-Phasen 41 (Ausschreibung), 51 (Ausführungsplanung) und 52 (Ausführung).
Ziel ist ein konsistenter Informationsfluss zwischen Auftraggeber/Projektverfasser (PV), BIM-Koordination und ausführender Unternehmung. IFC-Teilmodelle, IDS-basierte Lieferprüfungen und der Objektdatenkatalog bilden die gemeinsame Informationsgrundlage. Dadurch werden Arbeitsvorbereitung, modellgestützter Einbau, Abnahme und Ausmass nachvollziehbar unterstützt sowie Medienbrüche und manuelle Übertragungsfehler reduziert.
Ziel ist der medienbruchfreie Austausch von Tragwerks- und Teilmodellen zwischen Auftraggeber/Projektverfasser (PV), BIM-Koordination und ausführender Unternehmung, die IDS-basierte Modellprüfung sowie die modellgestützte Arbeitsvorbereitung, der papierlose Einbau und die modellbasierte Ausmassermittlung für Ortbeton.
Der Nutzen liegt in der durchgängigen Nachvollziehbarkeit der Betonbauteil-Informationen von der Ausschreibung bis zur Abnahme sowie in der Reduktion von Medienbrüchen und manuellen Übertragungsfehlern.
Der BIM-Anwendungsfall «Ausführung Ortbeton» beschreibt den modellbasierten Zusammenarbeitsprozess der Rollen Auftraggeber/Projektverfasser (PV), BIM-Koordination und Unternehmung über die SIA-Phasen 41, 51 und 52.
In Phase 41 stellt der PV Ausschreibungsunterlagen, EIR, BEP und das Tragwerksmodell bereit; die Unternehmung prüft die Angaben und erstellt die Offerte inklusive technischer Berichte.
In Phase 51 werden die Fachmodelle bereitgestellt, mit der Unternehmung abgeglichen und um ergänzende Informationsanforderungen erweitert. Der PV ergänzt und prüft die Modelle mittels IDS; bei positivem Prüfergebnis werden die Teilmodelle geliefert.
In Phase 52 dienen Gesamtmodell und Teilmodelle der AVOR, dem papierlosen Einbau, der Abnahmedokumentation und der modellbasierten Ausmassermittlung. Die BIM-Koordination prüft das Ausmass, der PV übernimmt Freigabe und interne Dokumentation.
In der Ausführung nutzt die Unternehmung die freigegebenen Teilmodelle für die Arbeitsvorbereitung auf der Baustelle, den papierlosen Einbau gemäss Modell, die Abnahmedokumentation sowie die modellbasierte Ausmassermittlung, welche durch die BIM-Koordination geprüft und durch den Auftraggeber/Projektverfasser (PV) freigegeben wird.
Bewehrung, Aussparungen und Einlagen sind fachlich angrenzende Themen und werden als separate, referenzierte Use Cases behandelt (siehe "Referenzierte Use Cases").
Freigegebene, ausführungsreife Ortbeton-Teilmodelle mit Zuordnung zu Betonierabschnitt und Betoniereinheit, nachgewiesene IDS-Konformität, geprüftes Ausmass sowie Abnahme-, Freigabe- und interne Dokumentation.
Ausschreibungsunterlagen inkl. Exchange Information Requirements (EIR) und BIM-Ausführungsplan (BEP)
Tragwerksmodell (IFC 4.3 inkl. IDS) des Projektverfassers
Offerte der Unternehmung inkl. technischer Berichte
Data Dictionary Ortbeton als Grundlage für Klassen- und Merkmalszuordnung
Medienbruchfreier, modellbasierter Austausch zwischen Auftraggeber/Projektverfasser, BIM-Koordination und Unternehmung
IDS-basierte, automatisierte Modellprüfung anstelle manueller Plankontrolle
Papierloser Einbau von Ortbeton direkt anhand der Teilmodelle
Modellbasierte, nachvollziehbare Ausmassermittlung als Grundlage für die Abrechnung
Konsistente, normierte Bauteilattribuierung gemäss Data Dictionary (Property-Gruppen BdCH_Allgemein, BdCH_Revision, BdCH_Mengen_Beton, BdCH_Material_Beton, BdCH_Schalung)
Nicht Gegenstand dieses Use Cases sind die geometrische Modellierung und Prüfung von Bewehrung, Aussparungen und Einlagen, Fertigteilbeton sowie gebäudetechnische Durchdringungen. Diese Themen sind fachlich angrenzend und bei Bedarf in eigenständigen Use Cases zu beschreiben. Das Boolean-Merkmal «bewehrt» am Betonbauteil bleibt Bestandteil dieses Use Cases.
Vorliegen von EIR und BEP zum Zeitpunkt der Ausschreibung
Tragwerksmodell in IFC 4.3.2.0 (IFC4X3_ADD2) inkl. IDS
Gemeinsame Modellierungsrichtlinie und Koordinatensystem zwischen PV, BIM-Koordination und Unternehmung
Common Data Environment (CDE) für den Modell- und Dokumentenaustausch
Verfügbare IDS-Validierungssoftware beim Auftraggeber/Projektverfasser (PV)
Referenzierung des Data Dictionary Ortbeton für Klassen- und Merkmalsdefinitionen
AVOR – Arbeitsvorbereitung
BEP – BIM-Ausführungsplan (BIM Execution Plan)
CDE – Common Data Environment
EIR – Exchange Information Requirements
IDS – Information Delivery Specification
IDM – Information Delivery Manual
IFC – Industry Foundation Classes
LOIN – Level of Information Need
PV – Projektverfasser
Pset – IfcPropertySet (Merkmalsgruppe)
Qto – IfcQuantitySet (Mengengruppe)
UCM – Use Case Management
Die detaillierten Informationsanforderungen sind im Data Dictionary Ortbeton aufgeführt. Der Katalog umfasst die Klassen Wand (IfcWall), Decke (IfcSlab), Stütze (IfcColumn), Unterzug (IfcBeam), Fundament (IfcFooting), Bewehrung (IfcReinforcingBar), Aussparung (IfcOpeningElement) und Elementbewehrung (IfcReinforcingElement).
Für den IDS-Prüfumfang dieses Use Cases werden Wand, Decke, Stütze, Unterzug und Fundament verwendet. Die Merkmale sind den Merkmalsgruppen BdCH_Allgemein, BdCH_Revision, BdCH_Mengen_Beton, BdCH_Material_Beton und BdCH_Schalung zugeordnet.
IDS-Spezifikation
Für die modellbasierte Lieferprüfung wird die IDS-Datei «260928_IDS_OrtbetonBau_V1.ids» (Version 1.0, Stand 28.09.2026) eingesetzt. Sie enthält Spezifikationen für IfcWall, IfcSlab, IfcColumn, IfcBeam und IfcFooting nach IFC4 beziehungsweise IFC4X3_ADD2. Geprüft werden obligatorische alphanumerische Eigenschaften aus BdCH_Allgemein, BdCH_Mengen_Beton, BdCH_Material_Beton und BdCH_Schalung. Die Prüfung erfolgt in SIA 51 vor der Freigabe der Teilmodelle. Nicht erfüllte Anforderungen führen zur Korrektur und erneuten Prüfung. Bewehrung, Aussparungen und Einlagen sind im aktuellen Prüfumfang nicht enthalten.
Validierung anhand von Stichproben-IFC-Modellen
Die IDS-Spezifikation wurde mit drei disziplinspezifischen IFC4X3-Stichprobenmodellen für Fundamente, Wände und Decken geprüft. Alle in den Modellen vorhandenen Bauteile erfüllten die geforderten BdCH-Eigenschaften. Spezifikationen für nicht enthaltene Bauteilklassen wurden als nicht anwendbar ausgewiesen. Zusätzlich wurden die GUIDs modellübergreifend auf Eindeutigkeit und die geprüften Eigenschaften auf Übereinstimmung mit dem Objektdatenkatalog kontrolliert.
Offene Punkte (Stand IDS v1.0)
Vor einer Revision der IDS sind drei Punkte fachlich zu bereinigen:
1. «Schalungstyp»: Vereinheitlichung der deutschen und englischen Wertelisten.
2. «Raumhohe Wand»: Prüfung und Entfernung der fachlich nicht schlüssigen Pflichtzuordnung bei IfcColumn und IfcBeam.
3. «Betonoberflächenbearbeitung»: Harmonisierung der Wertelisten über alle fünf Bauteilklassen und mit dem Objektdatenkatalog.
Die Punkte betreffen Wertelisten und Elementzuordnungen, nicht die Namen der Merkmale oder Merkmalsgruppen.

Die Modellprüfung erfolgt openBIM-basiert über IFC 4.3.2.0 (IFC4X3_ADD2) in Kombination mit maschinenlesbaren IDS-Dateien, unabhängig von einer einzelnen Autorensoftware.
Die vom Auftraggeber/Projektverfasser (PV) erweiterten Teilmodelle werden vor jeder Lieferung gegen die im Data Dictionary Ortbeton definierten Klassen und Merkmalsgruppen mittels IDS validiert. Bei negativem Prüfergebnis ("Nein") erfolgt eine erneute Modellerweiterung durch den Auftraggeber/Projektverfasser (PV), bei positivem Ergebnis ("Ja") die Lieferung der Teilmodelle für die weitere Arbeitsvorbereitung (AVOR).



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Die Dokumente entsprechen der aktuellen Best Practice und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind auch nicht im Sinne einer aus rechtlicher Sicht allgemeingültigen Empfehlung oder Leitlinie zu verstehen, sondern soll Auftraggeber und Auftragnehmer bei der Anwendung der BIM Methode unterstützen. Die Use Cases müssen den jeweiligen spezifischen Projektanforderungen angepasst werden. Die hier aufgeführten Beispiele erheben keinen Anspruch an Vollständigkeit. Informationen beruhen auf Erkenntnissen aus der Praxis und sind dementsprechend als Best Practice und nicht allgemeingültig zu verstehen. Da wir uns in einer Phase befinden, in der Definitionen erst entstehen, kann der Herausgeber keine Gewährleistung für die Richtigkeit einzelner Inhalte übernehmen.
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SIA 41 – Ausschreibung
Der Auftraggeber/Projektverfasser (PV) stellt Ausschreibungsunterlagen, EIR, BEP und das Tragwerksmodell (IFC inklusive IDS) bereit. Die Unternehmung prüft die Angaben und erstellt die Offerte inklusive technischer Berichte. Mit der Projektvergabe wird Phase 41 abgeschlossen.
SIA 51 – Ausführungsplanung
Der PV stellt die Fachmodelle bereit. Die BIM-Koordination führt den Modellabgleich mit der Unternehmung inklusive Festlegung der Betonierabschnitte durch. Ergänzende Anforderungen der Unternehmung werden in den Informationsanforderungen beziehungsweise der IDS berücksichtigt. Der PV erweitert das Modell und führt die IDS-Modellprüfung durch. Bei negativem Ergebnis wird die Modellerweiterung wiederholt; bei positivem Ergebnis werden die Teilmodelle geliefert. Anschliessend erfolgen AVOR, Gesamtkoordination und bei Bedarf die Modellierung temporärer Installationen.
SIA 52 – Ausführung
Gesamtmodell und Teilmodelle aus Phase 51 dienen der AVOR auf der Baustelle. Die Unternehmung führt den Einbau papierlos gemäss den Teilmodellen aus, erstellt die Abnahmedokumentation und ermittelt das Ausmass anhand der Modelle. Die BIM-Koordination prüft das Ausmass. Bei positivem Ergebnis übernimmt der PV die Freigabe und interne Dokumentation; bei negativem Ergebnis wird die Ausmassermittlung korrigiert und erneut geprüft.

Geometrische Informationen
3D-Volumenkörper der Ortbetonbauteile gemäss IfcWall, IfcSlab, IfcColumn, IfcBeam und IfcFooting
Bauteilabmessungen und Mengen, insbesondere Breite, Dicke, Höhe, Länge, Brutto-/Nettovolumen und Bruttofläche, gemäss Merkmalsgruppe BDCH_Mengen_Beton
Zuordnung zu Betonierabschnitt und Betoniereinheit als Grundlage für Koordination, AVOR und Ausführung
Abmessungen Breite, Dicke, Höhe, Länge sowie Brutto-/Nettovolumen und Bruttofläche (Property-Gruppe BdCH_Mengen_Beton)
Betonierabschnitte als Grundlage für die Koordination mit der Unternehmung
Alphanumerische Informationen
Bauteilidentifikation und Zuordnung: Bauteilname, Betoniereinheit, Betonierabschnitt, Gebäude, Geschoss, Status und Phase (BdCH_Allgemein)
Bauteileigenschaften: erdberührend, bewehrt, tragend, erdbebenrelevant, raumhohe Wand und Ausführung (BdCH_Allgemein)
Referenzen: Dokument und Bestellnummer (BdCH_Allgemein)
Revision: Version_Nr (BdCH_Revision)
Geometrie und Mengen: Breite, Dicke, Volumen Brutto, Volumen Netto, Höhe, Länge und Fläche Brutto (BdCH_Mengen_Beton)
Material: Betonoberflächenbearbeitung, Bewehrungsüberdeckung, Material, Abdichtungsklasse, Betontyp, Betonoberflächenklasse, Betonsorte, Grösstkorn und RC-Material (BdCH_Material_Beton)
Schalung: Schalungsart, Bewehrungsdurchdringung, Bindlöcher, Vorbehandlung, Nachbehandlung, Schalungstyp und Schalungsüberhöhung (BdCH_Schalung)
Bauteileigenschaften: erdberührend, bewehrt (reinforced), tragend (load_bearing), erdbebenrelevant, raumhohe Wand, Ausführung (Pset BdCH_Allgemein)
Materialangaben: Material, Betontyp, Betonsorte, Grösstkorn, RC-Material, Betonoberflächenklasse, Betonoberflächenbearbeitung, Bewehrungsüberdeckung, Abdichtungsklasse (Pset BdCH_Material_Beton)
Schalungsangaben: Schalungsart, Schalungstyp, Bewehrungsdurchdringung, Bindelöcher, Vor-/Nachbehandlung, Schalungsüberhöhung (Pset BdCH_Schalung)
Revisionsangaben: Version_Nr (Pset BdCH_Revision)
Bestellnummer und Dokumentreferenz (Pset BdCH_Allgemein)
Dokumentationen
Ausschreibungsunterlagen
Offerte inkl. technische Berichte
Freigabe- und interne Dokumentation des Auftraggebers/Projektverfassers (PV)
Abnahmedokumentation
Ausmassdokumentation
Betriebliche Anforderungen
IDS-Validierung der Teilmodelle vor der Freigabe für die nächste Prozessstufe
Versionierung und Statusführung je Bauteil gemäss BdCH_Revision und BdCH_Allgemein
Nachvollziehbare Ablage der Modelle, Prüfberichte und Freigaben in der CDE
Prüfung der Ausmassdaten durch die BIM-Koordination und Freigabe durch den Auftraggeber/Projektverfasser vor der Abrechnung
Informationseinschränkungen
Der Informations- und Prüfumfang beschränkt sich auf Ortbetonbauteile der Klassen wall, slab, column, beam und footing beziehungsweise IfcWall, IfcSlab, IfcColumn, IfcBeam und IfcFooting. Die geometrische Modellierung von Bewehrung, Aussparungen und Einlagen ist ausgeschlossen. Das Merkmal «reinforced» wird als Boolean-Eigenschaft am Betonbauteil geführt. Der projektspezifische Detaillierungs- und Informationsbedarf wird im BEP und in den Informationsanforderungen festgelegt.
Prüfoptionen
IDS-Validierung der Teilmodelle (Modellprüfung)
Ausmassermittlung durch die Unternehmung, Prüfung durch die BIM-Koordination und Freigabe durch den Auftraggeber/Projektverfasser (PV)
Vollständigkeitsprüfung der Pflichtmerkmale je Klasse vor Freigabe (BdCH_Allgemein, BdDCH_Revision, BdCH_Mengen_Beton, BdCH_Material_Beton, BdCH_Schalung)