Absturzsicherheit

Description

In der Schweiz ereignen sich jährlich gegen 9000 Berufsunfälle wegen Absturz. Sie haben durchschnittlich 280 Invaliditäts- und 22 Todesfälle zur Folge. Bei keiner anderen Unfallgefahr werden so viele Todesfälle gezählt. So verunfallen auch auf Baustellen viele Arbeitnehmende durch Abstürze schwer oder gar tödlich. Denn während des Erstellungsprozesses eines Bauwerks ändern sich die Situationen bezüglich Absturzrisiken immer wieder und es sind viele unterschiedliche Unternehmen beteiligt. Somit sind eine systematische Planung, Koordination, Umsetzung und Prüfung der Absturzsicherungsmassnahmen erforderlich – neu mit Hilfe der BIM-Methode.
Im Fachmodell «Absturzsicherheit» werden die Massnahmen zur Verhinderung von Absturzrisiken situationsgerecht in Abhängigkeit vom Bauablauf abgebildet. Sicherheit als temporäre Massnahme wird auf diese Weise bereits in den frühen Projektphasen planbar und sichtbar. Die erforderlichen Informationen und Anforderungen an die Beteiligten werden unter Berücksichtigung der anzuwendenden Prozesse jederzeit und ortsunabhängig verfügbar. Die Sicherheitsmassnahmen gegen Absturz werden im Fachmodell regelgerecht auf Vollständigkeit überprüft. Sie dienen als Vorgabe für die Arbeitsvorbereitung und die Umsetzung auf der Baustelle. Mit dem Fachmodell kann die korrekte Umsetzung auf der Baustelle geprüft werden. Damit kann das Fachmodell auch als Audit-Instrument für Sicherheitsrundgänge verwendet werden.

Benefits

  • Generell bedeuten weniger Unfälle weniger menschliches Leid. Zudem kann der Unternehmer Kosten sparen und die Baustelle erfährt weniger Verzögerungen. Die Vermeidung von Unfällen ist nicht nur aus ethischen und moralischen Gründen ein Muss, sondern wird auch durch das Unfallversicherungsgesetz (UVG Art. 82) gefordert.
  • Bauherren/Investoren, Planungsbüros/Bauleitungen (Anforderungen) und ausführende Unternehmen (AVOR) erhalten modellbasierte Unterstützung bei der Planung und Ausschreibung von kollektiven Sicherheitsmassnahmen und -einrichtungen (temporäre Massnahmen).
  • Die Unternehmer (= Ersteller) können im Fachmodell unter Beachtung der Veränderung während des Bauablaufs die erforderlichen Massnahmen zur Verhinderung von Absturzrisiken erheben und in die Arbeitsvorbereitung einfliessen lassen.
  • Dank verbesserter Prüfmöglichkeiten durch Visualisierung im Fachmodell der vorgesehenen Sicherheitsmassnahmen können Mängel in der Umsetzung auf der Baustelle erkannt und behoben werden.
  • Die Nutzung digitaler Technologien fördert die Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten und optimiert die Prozesse sowie die Informationsbeschaffung und -bereitstellung.
  • Die Erarbeitung und Bereitstellung einer gemeinsamen Grundlage für die Koordination und Umsetzung der Sicherheitsmassnahmen inkl. Bereitstellung der Ressourcen erhöht das Verständnis bei allen Beteiligten.

Objectives

  • Leitfaden für BIM-basierte Planung der Absturzsicherheit, Vorgabe und Kontrolle auf der Baustelle (Publikation)
  • Fachmodell «Absturzsicherheit» mit Prozessbeschrieben für Planung, AVOR, Umsetzung und Kontrolle auf der Baustelle
  • Informationsanforderungen als Grundlage für die Modellierung von sicherheitsrelevanten Elementen
  • Klassifizierung der Elemente und Merkmale im IFC Schema
  • Beschreibung der Anforderungen an automatische Prüfroutinen zur Abfrage im Fachmodell

Basics

Gesetze

  • Bauarbeitenverordnung

Normen

  • SIA 118 Allgemeine Bedingungen für das Bauen

Standards

Distinction

  • Der Use Case bezieht sich auf alle Bauwerke, bei denen Absturzgefahr besteht.
  • Im Use Case werden nur Absturzrisiken behandelt.
  • Im Use Case werden nur temporäre Absturzsicherungsmassnahmen während Bauarbeiten behandelt.
  • Der Use Case behandelt die generischen Phasen Projektplanung, Ausführungsplanung, Erstellung.
-

Copyright

Handling

Die Use Cases erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind auch nicht im Sinne einer aus rechtlicher Sicht allgemeingültigen Empfehlung oder Leitlinie zu verstehen, sondern soll Auftraggeber und Auftragnehmer bei der Anwendung der BIM Methode unterstützen. Die Use Cases müssen den jeweiligen spezifischen Projektanforderungen angepasst werden. Die hier aufgeführten Beispiele erheben keinen Anspruch an die Vollständigkeit. Informationen beruhen auf Erkenntnissen aus der Praxis und sind dementsprechend als Best Practice und nicht allgemeingültig zu verstehen. Da wir uns in einer Phase befinden, in der Definitionen erst entstehen, kann buildingSMART Switzerland keine Gewährleistung für die Richtigkeit einzelner Inhalte übernehmen.

Logo buildingSMART Switzerland
  • GUID : 1CB2133A-9C19-45C9-A9B0-57EEF740E967
  • Identifier : CH.1511.01
  • Life Cycle Stage : Generische Phasen
  • Revision : 1.0.0.7
  • Project Status : Approved
  • Maturity level : Example
  • Use Case: Approved
  • Processes: Approved
  • ER: Draft
  • Published on: Jan 13, 2020
  • Publisher: buildingSMART Switzerland
  • Author: Ringeisen, Markus | Savic, Zeljko